RIAS Niedersachsen: Jahresbericht 2023

Am 19. Juni 2024 stellte RIAS Niedersachsen in der Villa Seligmann in Hannover den Jahresbericht „Antisemitische Vorfälle in Niedersachsen 2023“ vor. Vertreter:innen aus der Politik und aus jüdischen Gemeinden richteten Grußworte an RIAS Niedersachsen.
Staatssekretär Dr. Thomas Smollich vom Justizministerium des Landes Niedersachsen zeigte sich erschüttert über die Zunahme antisemitischer Einstellungen und Äußerungen in der Öffentlichkeit, insbesondere nach dem Terrorakt der Hamas am 7. Oktober 2023. „Antisemitismus geht uns alle an und das heißt einmal natürlich die staatlichen Behörden, aber eben auch eine starke Zivilgesellschaft“, sagte Smollich. Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinden in Niedersachsen, Dr. Rebecca Seidler, beschrieb, das Jahr 2023 habe noch einmal verdeutlicht, dass Antisemitismus als Bindeglied zwischen unterschiedlichen Milieus fungiert. Dadurch erhöhe sich auch die Bedrohungslage für Jüdinnen*Juden. Derzeit gebe es täglich antisemitische Attacken auf jüdische Menschen weltweit. Seidler machte deutlich: „Gerade körperliche und psychische Gewalt gehören gegenwärtig zum jüdischen Leben dazu“. Insbesondere „durch die Arbeit von RIAS werden die Erfahrungen von Jüdinnen und Juden sichtbarer“, betonte Seidler. Prof. Dr. Gerhard Wegner, Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, betonte in seiner Rede die immense Bedrohungslage für Jüdinnen*Juden. Überall wo Antisemitismus in unserer Gesellschaft auftrete, müsse er wahrgenommen, erkannt und entschlossene Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Susanne Urban, Projektleiterin RIAS Hessen, hielt einen Vortrag über die Ursprünge von Antisemitismus im linken und vermeintlich progressiven Milieu sowie im Kunst.- und Kulturbereich.
Die musikalische Umrahmung durch Marina Baranova war meisterhaft.
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