Runder Tisch des Landes Hessen gegen Antisemitismus
Mehr als 35 Vertreterinnen und Vertreter aus jüdischen Gemeinden und Verbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen, staatlichen Stellen, Kirchen, Gewerkschaften, Wirtschafts- und Sportverbänden sowie Medien kamen auf Einladung des Antisemitismusbeauftragten am 11. November 2025 zusammen, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen: Antisemitismus muss entschiedener entgegengetreten werden. Auch Makkabi und der Verband jüdischer Studierender waren vertreten, ebenso wie OFEK und RIAS Hessen.
„Antisemitismus ist in Deutschland sichtbarer, lauter und aggressiver geworden. Für viele Jüdinnen und Juden bedeutet dies auch, dass sie ihre im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit nicht mehr frei ausüben können, weil sie um ihre Unversehrtheit fürchten und sich bedroht sehen. Es ist eine Fehleinschätzung, dass Antisemitismus ein Randphänomen und ausschließliches Problem der Extremen sei“, erklärte Becker. Daher dürfe das Phänomen nicht externalisiert oder verharmlost werden. Antisemitismus, so Becker, sei ein Angriff auf die Grundwerte der Demokratie und verlange entschiedenes Handeln von Staat und Gesellschaft.
Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden Hessen und die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main sowie Vertreterinnen des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender fanden deutliche Worte angesichts des offen grassierenden, verbal wie tätlich brutalen Antisemitismus. Die Zivilgesellschaft habe größtenteils versagt. Es brauche nicht nur Prävention, sondern auch rote Linien. Nicht Gesten, sondern klare Regeln seien wichtig.
