Ausnahmezustand an Hochschulen! Buchpräsentation, 13. Oktober 2026, 19 Uhr in Marburg

Das Netzwerk jüdischer Hochschullehrender stellte zusammen mit der Beauftragten gegen Antisemitismus der Universität Marburg und RIAS Hessen den mehr als 60 Stimmen umfassenden Band

„Ausnahmezustand – Hochschulen im deutschsprachigen Raum
seit dem 7. Oktober. Zeugnisse von Betroffenen“

vor, der Anfang August 2026 im Wallstein-Verlag in Göttingen erschienen ist.

Am 7. Oktober 2023 begann für jüdische Menschen eine neue Zeitrechnung. Auch jenseits der medial sichtbaren Fälle und hasserfüllten Demonstrationen auf den Straßen, öffentlichkeitswirksamen Besetzungen und Boykottaufrufen an Universitäten veränderte sich die Atmosphäre an vielen Hochschulen nachhaltig. Das Buch eröffnet damit einen ebenso bestürzenden wie aufschlussreichen Blick auf die prekäre Lage jüdischer Hochschulangehöriger hinter den aufgeladenen Diskursen unserer Zeit.
Nach dem Grußwort des Präsidenten der Universität Marburg, Prof. Thomas Nauss, folgte die Präsentation eines Working Papers von RIAS Hessen zu Betroffenen in Hessen zwischen dem 7.10.2023 und dem 31.12.2025.
Anschließend stellte Prof. Julia Bernstein die Intention des Buches, zentrale Aussagen und die Arbeit des NJH vor. Dr. Ilja Kogan, Prof. Roglit Ishay und Andreas Stahl diskutierten anschließend ihre eigene Erfahrungen, aber auch Räume, in denen sie Solidarität und Resilienz finden und entwickeln können.
Anmerkungen und Fragen aus dem Publikum zielten u.a. auf den Wunsch nach Unterstützung des NJH ab, aber auch, wie sich die Personen schützen können und wo es Verbündete gibt. Die Endlosigkeit des Antisemitismus, aber auch die Bindung an Israel wurden ebenfalls diskutiert.

Prof. Nauss, Grußwort (c) conceptdesign

Julia Bernstein (online), Roglit Ishay, Ilja Kogan, Andreas Stahl, Susanne Urban (c) conceptdesign