Jahresbericht RIAS Hessen 2025
Fokuskapitel I
Demonstrationen und Kundgebungen
Antisemitische Raumnahmen und Gegenstrategien
Inhalt
„Erneut müssen wir die Ankündigung einer antisemitischen Hass-Demo in unserer Stadt zur Kenntnis nehmen. Und dies an einem so symbolträchtigen Gedenktag für die jüdische Gemeinschaft: Ausgerechnet am zweiten Jahrestag der Massaker vom 7. Oktober 2023 soll eine Demonstration stattfinden, die unmissverständlich deutlich macht, dass hier nicht für Frieden eingetreten wird, sondern für den Kampf gegen Israel und für die Legitimierung von Terrorismus.“
(Statement des Vorstands der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R., 30. September 2025)
Dieses einleitende Zitat verweist auf zentrale Punkte, die in diesem Kapitel dargestellt werden sollen. So bildeten die am 7. Oktober 2023 von der Hamas und anderen Terrororganisationen verübten Massaker in Israel und der darauffolgende Krieg weiterhin die zentrale Gelegenheitsstruktur für antisemitische Mobilisierungen in Hessen im Jahr 2025 (126 Vorfälle). Demonstrationen und Kundgebungen bilden einen großen Teil des allgemeinen Versammlungsgeschehens ab, das RIAS Hessen im Rahmen von Meldungen und einem proaktiven Monitoring bekannt und dokumentiert wird. Während Demonstrationen durch eine besondere räumliche Dynamik gekennzeichnet sind, bleiben Kundgebungen, zu denen etwa Mahnwachen und Infostände gezählt werden, stationär an einen Ort gebunden.
Kundgebungen und Demonstrationen lassen sich von anderen Versammlungsformen wie etwa Vorträgen, Konferenzen, Messen oder Kulturveranstaltungen unter anderem dadurch abgrenzen, dass sie von der sonstigen Öffentlichkeit nicht räumlich getrennt stattfinden. Daraus ergeben sich Besonderheiten für das Sicherheitsgefühl von Betroffenen und antisemitismuskritischen Personen im öffentlichen Raum. Es besteht theoretisch die Möglichkeit, sich dem Geschehen durch die Wahrnehmung von Ankündigungen und /oder das Ausweichen auf nicht von diesen Gruppen belegten Straßen und Plätze zu entziehen. Faktisch ist dies jedoch insbesondere bei großen Demonstrationen, bei denen auch die Zu- und Abwege zu unübersichtlichen Lagen führen, zum Teil nur unter erheblichem Aufwand möglich. Ein solches Ausweichen unterstreicht außerdem, wie sehr diese Kundgebungen und Demonstrationen als Raumnahmen fungieren, die das Agieren potenziell Betroffener bzw. jener, die diese Anliegen eben nicht teilen, in der Öffentlichkeit einengen.
Im Rahmen der öffentlichen Meinungsbildung führt die ständige Wiederholung antisemitischer Parolen und die Verbreitung entsprechender Inhalte in Redebeiträgen und auf Transparenten sowie Schildern, nebenher aufgeklebten Stickern etc. zu einer Normalisierung von Antisemitismus.
Versammlungen werden als antisemitische Vorfälle erfasst, wenn im Aufruf zur Veranstaltung, in Redebeiträgen, auf Plakaten und Transparenten oder durch skandierte Parolen antisemitische Inhalte verbreitet werden. Das betrifft insbesondere Demonstrationen und Kundgebungen. Versammlungen werden von RIAS jedoch stets nur als ein Vorfall gewertet, gleich, wie viele antisemitische Parolen, Transparente etc. gesichtet wurden.
Antisemitische Versammlungen nahmen in Hessen im Vergleich zu den Vorjahren erneut deutlich zu. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 303 Versammlungen als antisemitische Vorfälle erfasst, was einem Anstieg von etwa 45 Prozent zum Vorjahr entspricht. Dabei machen Demonstrationen und Kundgebungen mit 239 Fällen ca. 79 Prozent dieser Vorfälle aus. Hinzu kommen Vorfälle, die im Rahmen dieser Versammlungen stattfanden, jedoch aufgrund ihrer Struktur eigenständig erfasst wurden. Dazu zählen etwa Bedrohungen und Angriffe, die aus den Demonstrationen und Kundgebungen heraus stattfanden. Zehn der 27 für das Jahr 2025 erfassten Angriffe fanden im Rahmen von Versammlungsgeschehen statt.
175 der 239 als Vorfälle erfassten Demonstrationen und Kundgebungen konnten dem politischen Hintergrund des antiisraelischen Aktivismus zugeordnet werden, was 73, 2 Prozent entspricht. 23 Vorfälle (9, 6 Prozent) entfielen auf Proteste aus dem linken/antiimperialistischen Milieu, in 17 Fällen (7, 1 Prozent) konnte ein verschwörungsideologischer Hintergrund klar zugeordnet werden. Elf antisemitische Demonstrationen und Kundgebungen wiesen einen islamischen/islamistischen Hintergrund auf (4, 6 Prozent), in fünf Fällen (2, 1 Prozent), in denen es zu antisemitischen Vorfällen kam, handelte es sich um Versammlungen aus der politischen Mitte. Auf rechtsextreme/-populistische Mobilisierungen entfielen ebenfalls fünf Vorfälle (2, 1 Prozent).
Im Gegensatz zu den meisten anderen Vorfallsarten, lassen sich Demonstrationen und Kundgebungen fast immer einem konkreten politischen Hintergrund zuordnen, da die aufrufenden und teilnehmenden Gruppen mit ihren Logos und Eigennamen werben und auf den Versammlungen präsent sind. So lag die Anzahl der Fälle, in denen dies nicht der Fall war, hier bei lediglich 1, 3 Prozent, während sie am Gesamtgeschehen 53 Prozent betrug. Auf Kundgebungen und Demonstrationen, die von Redebeiträgen, Transparenten, Plakaten und zur Schau gestellten Symboliken der beteiligten Gruppen oder auch nur einer Vereinigung geprägt sind, und an denen sich häufig viele Menschen beteiligen, zeigen sich regelmäßig mehrere antisemitische Erscheinungsformen miteinander verschränkt oder nebeneinander. Der israelbezogene Antisemitismus war mit 231 Zuordnungen die am häufigsten erhobene Form. 71-mal wurde Post-Shoah-Antisemitismus dokumentiert, 52-mal Antijudaismus und 35-mal moderner Antisemitismus. Zudem wurde 23-mal antisemitisches Othering verzeichnet.
Im Jahresverlauf zeigt sich ein klarer und starker Anstieg des Vorfallsaufkommens im Rahmen des Demonstrationsgeschehens in den Frühjahrs- und Sommermonaten, das bis in den Oktober anhielt und anschließend wieder auf ein deutlich niedrigeres Niveau absank, wobei für den Dezember 2025 ein erneuter Anstieg verzeichnet wurde. Spitzen sind insbesondere für die Monate Mai, August und Oktober dokumentiert, in denen statistisch fast täglich eine Demonstration bzw. Kundgebung in Hessen als antisemitischer Vorfall aufgenommen wurde. Dies resultiert u.a. aus bestimmten Jahrestagen, was im Folgenden erläutert wird.
Am 25. Januar 2025 fand eine Demonstration im Rahmen des antiisraelischen Aktivismus in Frankfurt statt, die nahtlos an das von RIAS Hessen für das Jahr 2024 gezogene Fazit einer „Radikalisierung und Normalisierung“ im verletzenden Verhalten anschloss. Über die Parolen „From the River to the Sea, Palestine will be free” und „Huriya, huriya, Falastin Arabiya” („Freiheit, Freiheit, Palästina ist arabisch“) wurde Israel das Existenzrecht abgesprochen. In einer weiteren Parole wurde Einigkeit gegenüber „Zionisten“ beschworen, um diese generalisierend als „Siedler, Mörder und Faschisten“ zu diffamieren. Diese delegitimierenden und dämonisierenden Narrative wurden durch einen Redebeitrag bestärkt, in dem Israel pauschal als Besatzungsmacht sowie als „moralisch verkommene, menschenverachtende – das Leben verachtende Entität, die ihre Verbrechen feiert“ bezeichnet wurde. Über den Begriff der „Entität“ wird der Staat Israel auch auf sprachlicher Ebene delegitimiert, indem die Staatlichkeit in Abrede gestellt und die Verwendung des Landnamens generell vermieden wird. Die Demonstration fungierte unter der Forderung nach einem Ende des von den organisierenden Gruppen als Genozid bezeichneten Kriegs in Gaza. Bereits wenige Tage nach den Massakern des siebten Oktobers 2023 begannen antiisraelische Akteure, den Genozidvorwurf im öffentlichen Diskurs zu implementieren. Seitdem hat sich der Vorwurf in der entsprechenden Protestszene in Hessen durchgesetzt, normalisiert und bildet die diskursive Grundlage auch für Angriffe auf das Erinnern an die Shoah, auf die noch eingegangen wird.
Ebenfalls Ende Januar 2025 fand eine Versammlung aus dem verschwörungsideologischen Milieu statt. Die Kundgebung, die in ähnlicher Form im Jahresverlauf insgesamt neun Mal in Frankfurt dokumentiert wurde, verbindet eine Romantisierung und Verkitschung indigener Geschichte („Von den Indianern lernen“) mit einer verschwörungsideologisch und antisemitisch begründeten Ablehnung der Gegenwart: „Was ist sustainable development? Die Indigenen haben Jahrtausende sustainable gelebt. Was heute von der globalen Macht als sustainable verkauft wird, ist die tiefste Sklaverei […] Wir haben es mit einer gigantischen Manipulationsmaschine zu tun, z.B. durch gleichgeschaltete Medien […] Die Protestbewegungen werden durch die Herrschenden gesteuert, in Kleingruppen gespalten, zielgerichtet eingeschläfert und auf Nichtigkeiten umgelenkt.“ Diese für Verschwörungsideologien und den modernen Antisemitismus typischen Vorstellungen allumfassender Macht wurden auch auf Israel projiziert, das als übermächtig und hinterhältig bezeichnet wurde. So hieß es auf derselben Kundgebung: „Seit 70 Jahren führt die stärkste und reichste Macht der westlichen Welt, angeführt von den Zionisten, einen imperialistischen Landraub durch, um greater Israel zu schaffen. […] Sie zelebrierten in aller Öffentlichkeit den Abgrund ihrer Menschenverachtung in den Gräueltaten an den Palästinensern.“
Demonstrationen und Kundgebungen fanden in Hessen auch im Jahr 2025 in verschiedensten Gelegenheitsstrukturen statt und waren dementsprechend inhaltlich breit aufgestellt. Am 22. Februar 2025 gab es in Frankfurt eine Demonstration im Gedenken an die rassistischen Morde in Hanau im Jahr 2020, zu der vor allem linke und dem Spektrum des antiisraelischen Aktivismus zugerechnete Akteure aufriefen. Auf dieser Demonstration, die eigentlich dem Gedenken an die Ermordeten und der Kritik an rassistischen Strukturen der deutschen Gesellschaft vorbehalten sein sollte, wurden Parolen gerufen, die das Existenzrecht Israels negierten. In einem Redebeitrag wurde Israel als „Terrorstaat“ dämonisiert. Zudem wurde von einem Redner ein Narrativ gezeichnet, dass eine ahistorische, definitorisch und faktisch falsche Verbindung zwischen der Tat in Hanau, der Situation in Israel und Gaza sowie der Shoah herstellte: „Der Rassismus, der in Hanau und Palästina tötet, ist derselbe, der auch unsere Vorfahren auf dem Gewissen hat […] wie wir wissen, begann es nicht am siebten Oktober. Die Besatzung ist im Rahmen einer imperialistischen Kolonisierung Westasiens entstanden.“
Neben der die einzelnen Geschehen nivellierenden Darstellung wurde Israel auch hier delegitimiert, indem es pauschal als Besatzung und koloniales Projekt beschrieben wird. Zudem wurde im Sinne einer Täter-Opfer Umkehr die Bedeutung des 7. Oktobers 2023 für den Krieg in Gaza und die Verantwortlichkeit der Hamas für eben diesen Krieg geleugnet. Schließlich wurde behauptet: „Der deutsche Staat tötet von Hanau bis an die EU-Außengrenzen und bis nach Palästina […] Deutschland exportiert seinen Faschismus, damals und heute.“ Diese Aussage macht deutlich, wie sehr analytische Kategorien und historische Fakten absichtlich übergangen werden, um das gewünschte Bild produzieren und verbreiten zu können. Bereits im Jahr 2024 hatte es Konflikte um Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die bis heute nachwirkenden rassistischen Morde von Hanau vom 19. Februar 2020 gegeben, die auch gegen den expliziten Wunsch der Angehörigeninitiative politisch von verschiedenen Seiten instrumentalisiert wurden.https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/palaestina-aktivisten-planen-demo-zu-attentat-in-hanau-19517182.html Insofern knüpft dieses Demonstrationsgeschehen des Jahres 2025 an Entwicklungen an, die bereits im Jahr zuvor sichtbar wurden.
Die Raumnahmen bezüglich der Erinnerung an die Shoah beschränkten sich 2025 in Hessen nicht auf sprachliche Vereinnahmungs- und Umdeutungsversuche und die daraus resultierenden Relativierungen. Auch physische Orte des Gedenkens an z.B. deportierte Jüdinnen und Juden wurden im Rahmen von Demonstrationen und Kundgebungen für antiisraelische Agitation genutzt.
Während einer Demonstration in Wiesbaden Ende März 2025, für die bundesweit mobilisiert wurde und die sich im Aufruf gegen die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland richtete, verlief die Route durch die Gedenkstätte für die in der Shoah ermordeten Jüdinnen und Juden der Stadt. Als die Demonstration die Gedenkstätte passierte, wurde von dem Lautsprecherwagen die Parole „Free Palestine“ angestimmt und von Demonstrierenden aufgegriffen. Das war der einzig bekannte Moment, in dem diese Parole auf dieser Demonstration skandiert wurde.
Die Jüdische Gemeinde in Wiesbaden griff den Vorfall öffentlich auf und machte deutlich, weshalb dies ein Angriff auf die Erinnerung war: „Mit großer Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass eine sogenannte Friedensdemonstration bewusst durch die Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden – mitten durch die 1938 zerstörte Synagoge – geführt wurde. Dass dabei über Lautsprecher ‚Free Palestine‘ gerufen wurde, ist nicht nur eine Missachtung des Gedenkens an die Opfer der Shoah, sondern auch eine gezielte Provokation gegenüber der jüdischen Gemeinschaft. Es ist an Perversion kaum zu überbieten, in einer Gedenkstätte für ermordete Jüdinnen und Juden eine Parole zu rufen, die den einzigen jüdischen Staat delegitimieren soll, in dem viele Überlebende der Shoah – nicht zuletzt auch aus Wiesbaden – Zuflucht gefunden haben. Die Lehre aus der Shoah ist nicht Pazifismus um jeden Preis, sondern dass Wehrhaftigkeit überlebensnotwendig ist.“https://www.instagram.com/p/DH3pSCds-Z7/
Auch islamistische Akteure organisierten im Jahr 2025 Demonstrationen, auf denen es antisemitische Vorfälle gab. Beispielhaft kann hier auf den sogenannten Al-Quds Tag verwiesen werden, der seit Jahren in der Kritik steht und am 29. März 2025 in Frankfurt am Main unter dem Titel „Stoppt die Massaker an unschuldigen Menschen! Großdemo für Gaza, Libanon und Alawiten in Syrien“ stattfand. Die vom iranischen Regime propagierten Demonstrationen, die weltweit organisiert werden, zielen in ihrer gesamten Ausrichtung gegen das Existenzrecht Israels, indem bereits der Titel die Forderung einer „Befreiung Jerusalems“ beinhaltet. Auf der Demonstration in Frankfurt wurden Israel delegitimierende und dämonisierende Parolen skandiert. Die Stadt Frankfurt hatte im Vorfeld versucht, die Demonstration behördlich zu verhindern, scheiterte mit diesem Vorhaben jedoch an einem Beschluss des zuständigen Verwaltungsgerichts.https://www.hessenschau.de/panorama/verwaltungsgericht-frankfurt—al-quds-marsch-darf-stattfinden-v2,kurz-versammlung-102.html
Die für den Mai 2025 verzeichnete Spitze im Vorfallsgeschehen, das im Zusammenhang mit Demonstrationen und Kundgebungen stattfand, erklärt sich zum Teil aus Versammlungen, die jährlich rund um das Datum der Staatsgründung Israels herum organisiert werden. So wurde eine Versammlung am 15. Mai 2025, die sich positiv auf die Staatsgründung Israels bezog, zum Ziel antiisraelischer und antisemitischer Agitationen. In einem Redebeitrag hieß es: „Heute ist etwas in Frankfurt, was wir nicht ertragen können, nämlich, dass alle Kriegsverbrecher und Genozidbefürworter und Ziofaschisten sich […] versammeln und unsere Stadt unsicher machen […] Wir wollen nicht, dass unsere Straßen von diesen schrecklichen faschistischen Organisationen sowie zionistischen Organisationen benutzt werden […] Die, die anerkannt waren als Terrorgruppen, waren die, die erst einmal einen riesengroßen Massenmord begehen mussten, damit dieser sogenannte Staat in die Welt kommen konnte.“ Hier wurde das Existenzrecht Israels geleugnet und der Begriff des Faschismus als Chiffre für das politische Übel zur Dämonisierung des Zionismus missbraucht und Faschismus wie er bspw. in Italien herrschte, damit zugleich sogar relativiert. Der Redebeitrag machte zudem deutlich, dass die Organisationen, die zu diesem „Gegenprotest“ einberufen hatten, die öffentliche Sichtbarkeit einer jüdischen und israelsolidarischen Position „nicht ertragen können“, was sich auch in Bezug auf das Gedenken an die Ermordeten und als Geiseln verschleppten vom 7. Oktober 2023 zeigte. Als deren Namen im Rahmen der solchermaßen angefeindeten Kundgebung verlesen wurden, störte der antiisraelische Gegenprotest dies sehr laut durch das Skandieren von Parolen wie „Palästina ist arabisch, Palästina bleibt arabisch“ und „From the River to the Sea, Palestine will be free.“ Während die Gegenkundgebung darauf abzielte, israelsolidarische Positionen im öffentlichen Raum unsichtbar und unhörbar zu machen und eine Erinnerung an die Toten des 7. Oktober 2023 mit der eigenen Propaganda zu überschreiben, fanden in mehreren hessischen Städten im selben Zeitraum Demonstrationen und Kundgebungen zum sogenannten Nakba-Tag statt.

Wiesbaden, 17. Mai 2025 („Nakba-Tag“) © EmWe
Am 17. Mai 2025 wurde auf einer solchen Demonstration in Wiesbaden die antisemitische Parole „Kindermörder Israel“ skandiert, die die antijudaistische Ritualmordlegende auf den israelischen Staat projiziert. Über mitgeführte Plakate wurde die Shoah relativiert. In einem Redebeitrag wurde außerdem der Terror gegen Israel als „Widerstand“ gefeiert. Am Rand der Demonstration wurde eine Person, die sich argumentativ gegen die Parolen wandte, mehrere Male aus einer kleinen Gruppe junger Männer heraus antisemitisch als „Scheiß-Jude“ beschimpft.

Sommer 2025: Rechtsextremer Protest gegen den CSD
Der Großteil der Vorfälle auf Demonstrationen und Kundgebungen, die einem rechtsextremen/-populistischen politischen Hintergrund zugeordnet werden konnten, ereigneten sich im Rahmen einer von einer rechtsextremen Partei und ihrer Jugendorganisation organisierten Kampagne gegen die Demonstrationen anlässlich des Christopher Street Days (CSD) des Jahres 2025.
Das Motto der Gegnerschaft lautete: „Heimat, Familie & Nation statt CSD!“ In der dazu veröffentlichten Grafik waren die Worte „Heimat, Familie & Nation“ in den Farben der Flagge Deutschlands koloriert, wohingegen der Begriff CSD in vermeintlich hebräisch anmutenden Buchstaben und in den Regenbogenfarben eingefärbt worden war. Die Verwendung angeblich hebräisch aussehender Buchstaben gab es auch in der Zeit des Nationalsozialismus, bspw. auf dem „Judenstern“ im Deutschen Reich ab September 1941. In der Grafik verschränkten sich antisemitisches Othering und LGBTQ+-feindliche Stereotype, indem der CSD bildlich von der vermeintlichen Normalität aus „Heimat, Familie und Nation“ ausgegrenzt wird.
Das der Grafik zugrundeliegende, verschwörungsideologische Weltbild wurde in einem Redebeitrag auf einer der Demonstrationen im Juli 2025 ausformuliert: „Diese Ideologie ist auch kein Zufall, sondern sie ist das Ergebnis des Marsches zerstörerischer Kräfte durch die Institutionen dieser Bundesrepublik Deutschland […] In Deutschland geht die kranke Ideologie oder die Ansätze dafür auf die sogenannte Frankfurter Schule, eine neomarxistische Denkrichtung, zurück. Hervorgerufen oder hervorgebracht von solchen Denkern in Anführungsstrichen wie Herbert Marcuse oder Max Horkheimer oder dem schönen Namen Theodor Wiesengrund Adorno. Das sind so diese Gesellschaftszersetzer, deren einziges Ziel es war, alle gewachsenen Strukturen zu zerstören, zu dekonstruieren.“ Die phonetische, sarkastische Hervorhebung des bis zum Exil getragenen Nachnamens väterlicherseits von Theodor W. Adorno in der Rede diente als antisemitische Dogwhistle, die dem Publikum unter Vermeidung eines direkten Bezuges auf Jüdinnen und Juden klar machen sollte, gegen wen sich das Gesagte im Kern richtete.
Vom 14. bis zum 26. August 2025 fand im Grüneburgpark in Frankfurt, das vierte „System Change Camp“ statt. Das Camp, das bis zuletzt durch die Stadt geduldet wurde, bot auf einer zentralen Fläche des Parks Platz für rund 1000 Teilnehmende. Neben Info- und Awarenesszelten, wurden 15 Programmzelte aufgebaut. Ziel des Camps war es, nach Eigenaussage, einen Raum für Vernetzung, Weiterbildung, strategische Diskussionen und ein kulturelles Programm zu schaffen. So entstand eine Zeltstadt im historisch sensiblen Park, der im Eigentum der jüdischen Familie Rothschild gewesen war und nach 1933 nach und nach durch die Stadt „arisiert“ wurde.
Das Camp verstand sich als antikapitalistisch, antikolonial, antiautoritär, antiableistisch und antipatriarchal. In einem Statement wurde sich auch zum Krieg in Gaza positioniert: „Wir wünschen uns, dass das Camp auch ein Raum für die Solidarität mit Palästinenser*innen sein kann und verurteilen die Kriminalisierung der Palästina-solidarischen Bewegung in Deutschland. Für uns ist klar, dass ein Ende des aktuellen Völkermords nur ein Anfang sein kann und nicht das Unrecht der schon lange andauernden und immer wieder tödlichen Besatzung, Vertreibung und Diskriminierung beendet, der Palästinenser*innen ausgesetzt sind.“https://www.system-change-camp.org/camp-leben/rote-linien-der-camporga/ Täglich kamen bis zu 1500 Personen im Camp zusammen. Antiimperialistische Zelte waren mit Transparenten wie „No Climate Justice on Occupied Land“ behangen und es fanden insgesamt 12 Veranstaltungen statt, die sich dezidiert mit Palästina, dem Krieg in Gaza etc. beschäftigten. Dort wurden u.a. die Massaker vom 7. Oktober 2023 als „Widerstand gegen Unterdrückung“ bezeichnet und ein „Rückkehrrecht zwischen Fluss und Meer“ gefordert.
Die im Rahmen der Vorfälle, die am Rand des Camps stattfanden, relevante Frage nach dem Zeigen von Nationalflaggen wurde innerhalb des Camps dahingehend aufgelöst, dass diese ein „Symbol des antikolonialen Widerstandes“ sein könnten, wodurch jedoch das Zeigen der palästinensischen Flagge gerechtfertigt wurde. Am 17. August 2025 brachte eine jüdische bzw. israelsolidarische Gruppe Plakate mit den Gesichtern deutsch-israelischer Geiseln an einem Bauzaun an, der durch die Ordnungsbehörden rund um das Camp errichtet worden war und der weder zum Camp gehörte noch in dessen Gelände positioniert war. Auf den Plakaten war die deutsche und die israelische Flagge abgebildet, was als Vorwand genommen wurde, diese Plakate in der Nacht zum 18. August herunterzureißen, weil Nationalflaggen nicht geduldet würden. Am 21. August 2025 wiederholte sich dieses Vorgehen, wobei Teilnehmende des Camps die Plakate bereits abrissen, während diese angebracht wurden und eine Medienvertreterin bedrängten, die über die Aktion berichtete. Am 22. August fand sich erneut eine Gruppe ein, um neue Geisel-Plakate am Bauzaun zu befestigen. Sie bestand aus Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde aus Frankfurt und israelischen Gästen und wurde von teils vermummten Teilnehmenden des Camps aggressiv bedrängt und behindert, sowie antisemitisch als „Kindermörder“ beschimpft. Zudem kam es zu einem Angriff mit Farbe, den der direkt Betroffene folgendermaßen beschrieb: „Ich hatte überall rote Farbe, an Hemd, Hose, Brille, sogar im Mund … Die Farbe ergoss sich auch über meine Brille, ich konnte deshalb die Täterin nur schwer erkennen […] Ich habe immer gesagt, dass ein Tsunami des Antisemitismus auf uns zukommt. Er kam viel schneller, als ich befürchtete.“
Am 30. August 2025 fand in Frankfurt eine Demonstration statt, die als negativer Höhepunkt der antisemitischen Mobilisierungen durch antiisraelische Akteure für das Jahr 2025 betrachtet werden kann. Dahinter stand eine bundesweite Kampagne; die Demonstration wurde durch regionale und lokale Akteure aus Hessen stark beworben. Es kamen nach Polizeiangaben etwa 11.000 Menschen. Ein Teil der Kampagne, sich in Frankfurt zu sammeln, bezog sich darauf, dass die juristisch umstrittene antisemitische Parole „From the River to the Sea, Palestine will be free“ in Hessen zu diesem Zeitpunkt anders als in anderen Bundesländern nicht gerichtlich sanktioniert oder durch die Sicherheitsbehörden untersagt wurde. Der Beauftragte gegen Antisemitismus des Landes Hessen, Uwe Becker, forderte in einem Statement u.a. auf der Social-Media Plattform X ein Verbot durch die Stadt. Die Jüdische Gemeinde in Frankfurt forderte in einem Statement ebenfalls ein Verbot: „Wir erwarten ein Verbot dieser Demonstration, die bereits im Aufruf offen antisemitische und anti-israelische Hetze betreibt und die Auslöschung Israels fordert. Angesichts der jüngsten Ereignisse, insbesondere des unsäglichen Angriffs auf ein Mitglied unserer Gemeinde durch Teilnehmende des „System Change Camps“, ist es dringend notwendig zu handeln. […] Wenn Politiker immer behaupten, Antisemitismus dürfe keinen Platz auf unseren Straßen haben, ist jetzt der Zeitpunkt, dafür zu sorgen.“https://www.instagram.com/p/DNy3VfaXvL5/
Die Stadt Frankfurt verbot die Demonstration zunächst mit Verfügung vom 27. August 2025. Das Verbot wurde zwei Tage später durch den Verwaltungsgerichtshof in Kassel endgültig aufgehoben. Die durch den Beauftragten gegen Antisemitismus und die Jüdische Gemeinde geäußerten Einwände gegen die Demonstration bestätigten sich anschließend vollumfänglich.
So kam es auch zu Angriffen auf dieser Demonstration entgegenstehenden Personen. Zum Zeitpunkt, als der Lautsprecherwagen an der Kreuzung am Museum Judengasse vorbeifuhr, wurde eine als Jude erkennbare Person am Rande der Demo von einem Demoteilnehmer bedrängt und mit „Fuck Israel” angeschrien. Gestisch wurde auf die Kippa gezeigt und die Person aufgefordert, diese abzunehmen. Dieser für das antisemitische Othering typische Vorfall, der eine Gleichsetzung von Jüdinnen und Juden mit Israel vornimmt, und zugleich das Unsichtbarmachen der jüdischen Identität einfordert, blieb nicht der einzige Übergriff, der von dieser Demonstration ausging. Wie schon anhand der Demonstration vom 17. Mai 2025 in Wiesbaden aufgezeigt werden konnte, wenden sich Anfeindungen, die von Teilnehmenden solcher Versammlungen ausgehen können, auch gegen Menschen, die der dort verbreiteten Propaganda widersprechen und versuchen, eine Gegenöffentlichkeit herzustellen.
So wurde in Frankfurt eine Person bedrängt, die am Rand der Demoroute stand und ein Plakat mit der Aufschrift „Hamas is the Terrorist“ hochhielt. Das Plakat wurde entwendet und zerrissen. Nachdem die Person ein unbeschädigtes weiteres Plakat mit dem gleichen Inhalt zeigte, schlossen weitere Demoteilnehmende auf, sodass die Polizei die solchermaßen angegangene Person von der Versammlung wegbegleitete. Ebenso wurde eine Frau an der Straße, die ein Schild mit der Aufschrift „We Believe Israeli Women“ zeigte, von Personen und mit Fahnenstangen bedrängt. Auch sie musste durch die Polizei geschützt werden.
Im Nachgang wurde öffentlich bekannt, dass eine weitere Person am Rand der Demonstration beleidigt und durch Tritte und Schläge verletzt wurde.
All diese Beispiele zeigen, dass die antisemitische Raumnahmen auf Demonstrationen und Kundgebungen auch unter Gewalt und mithilfe von Bedrohungen erfolgt.
Bereits während der Startkundgebung im Ostend in Frankfurt wurden in kämpferisch anmutender Weise antisemitische Parolen von der Bühne aus vorgegeben, die anschließend von der Masse skandiert wurden. Darunter „Kindermörder Israel“ und „From the River to the Sea.“ Abseits der Hörweite des Lautsprecherwagens (der Hafenpark im Ostend als Versammlungspunkt war quasi zweigeteilt) wurde aus der Versammlung heraus auf Arabisch die Parole gerufen „O Palästina. Eine Hand reißt die Spione heraus. Palästina ist arabisch. O Palästina. Und mit Zwang bleibt es arabisch. Israel ist ein Dieb! O Palästina, Deutschland ist zionistisch. O Palästina, Israel ist terroristisch. O Palästina.“ Während die Demonstration sich fortbewegte, wurde eine Rede gehalten, in der die Shoah mit der Situation in Gaza gleichgesetzt und dadurch relativiert wurde: „Statt den Juden sind heute Palästinenser bedroht. Es muss nicht das Gleiche auch exakt gleich geschehen, um zu sagen, was alle mit ihren Augen können, sehen. Holocaust war es damals, und das ist es auch heute.“ Diese Relativierung und Instrumentalisierung der Shoah durch die Demonstration wurde dadurch verstärkt, dass einzelne Demonstrantinnen unter Polizeibegleitung Blumen am Mahnmal für die ermordeten Frankfurter Jüdinnen und Juden an der Battonstraße ablegten, was zudem per Social-Media verbreitet wurde. Die weitere Verbreitung solcher Relativierungen auch auf Plakaten innerhalb der Demonstration zeigte zudem, dass diese nicht bloß durch die organisierenden Teile der Demonstration im Sinne einer Top-Down-Dynamik vorgegeben waren.

Frankfurt am Main, 30. August 2025 © EmWe
Es wurden beispielsweise Plakate mit den Slogans „Nach Hitler – schon wieder Völkermord und sie schweigen?“, „Free Palestine from German Guilt“, „From Auschwitz to Gaza. The silence is the same“ oder „Beihilfe zum Mord tilgt keine alte Schuld” gezeigt. Auffallend war auch das Transparent „Never again means Never again for anyone” mit einer Zeichnung von Anne Frank, die in Bergen-Belsen ermordet wurde, und dem palästinensischen Mädchen Hind Rajab, jeweils mit Geburts- und Todesjahr. Dieses Transparent ist mittlerweile sehr weit verbreitet und setzt über die weltweit bekannte Anne Frank den systematischen Mord an den Jüdinnen und Juden Europas mit dem Tod des Mädchens im Gaza-Krieg gleich.
Zudem wurde sowohl auf Plakaten als auch in Sprechchören die antijudaistische Kindermordlegende, bezogen auf Israel, verbreitet. Auch wurde Israel mehrfach als „IsraHell“ dämonisiert und wieder einmal über die Darstellungen von Landkarten, die Palästina ohne Israel zeigen, delegitimiert.

Frankfurt am Main, 30. August 2025 © EmWe
Ein Plakat zeigte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als Puppenspieler, der sowohl Friedrich Merz als auch Donald Trump von oben herab befehligt. Auf seiner Stirn stand das Wort Satan, sodass sich moderner Antisemitismus und Antijudaismus verschränkten. Die dem antiisraelischen Aktivismus zugeordnete Demonstration vereinte unterschiedlichste Milieus, von der Linken bis hin zu türkischen Nationalisten, was auf die hohe Anschlussfähigkeit antisemitischer Mobilisierungen verweist.
Nachdem für das gesamte Jahr Relativierungen und Rechtfertigungen für den 7. Oktober 2023 dokumentiert wurden, meldeten linke, islamische und antiisraelische Akteure in mehreren hessischen Städten Demonstrationen und Kundgebungen zum zweiten Jahrestag an. Eine dieser Demonstrationen fand unter dem Titel „77 Jahre Widerstand – kein Frieden ohne Freiheit“ in Frankfurt statt und war der Anlass für die eingangs zitierte Stellungnahme der dortigen Jüdischen Gemeinde. Sie kritisierte die zu erwartenden Relativierungen und die Verherrlichung des Terrors der Hamas und forderte auch in diesem Fall ein Verbot durch die Stadt sowie ein Umdenken der Verwaltungsgerichte. In ihrer Kritik machte sie zudem deutlich, dass neben der Sicherheit der Gemeinde auch die Würde der Stadt durch derartige Mobilisierungen betroffen ist. Die juristische Auseinandersetzung folgte dem aus vorherigen Fällen bekannten Muster. Die Verbotsverfügung der Stadt wurde durch das zuständige Verwaltungsgericht aufgehoben und die Demonstration konnte unter Auflagen stattfinden. Auf der Demonstration wurden Parolen skandiert, die den Terror gegen Israel verherrlichten „Ich war, ich bin, ich werde sein, die Intifada wird Gaza befreien“, „Es lebe das Gewehr“, „Palästina darf sich wehren – mit Steinen und Gewehren.“ Auch kam es zu antisemitischen Aussagen wie „Kindermörder Israel“. Israelsolidarische Akteure organisierten Gegenveranstaltungen und stellten sich so der antisemitischen Demonstration mit einem eigenen Demonstrationszug durch die Stadt entgegen.
Fazit
Demonstrationen und Kundgebungen hatten einen erheblichen Anteil am für das Jahr 2025 dokumentierten antisemitischen Versammlungsgeschehen und prägten weiterhin die Proteststruktur in Hessen im Jahr 2025. Die Mobilisierungen folgten vielfältigen Gelegenheitsstrukturen und konnten einem breiten Spektrum politischer Hintergründe zugeordnet werden, was erneut die Notwendigkeit betont, Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen zu begreifen und so auch darauf zu reagieren. Antisemitismus äußerte sich in all seinen Erscheinungsformen und wurde in Wort, Bild, Schrift und Tat, über Reden, Parolen, Plakate und Transparente, aber auch durch Angriffe und Bedrohungen, die von Demonstrationen und Kundgebungen ausgingen, in den öffentlichen Raum transportiert. Der öffentliche Raum wurde dadurch für Betroffene und mit ihnen solidarischen Personen weiter eingeengt und ihr Sicherheitsgefühl beeinträchtigt. Die RIAS Hessen bekannt gewordenen Angriffe, die im Rahmen von Demonstrationen und Kundgebungen stattfanden, machen deutlich, dass die Bedrohung real ist.
Die antisemitischen Raumnahmen blieben nicht unwidersprochen. Jüdische Gemeinden und solidarische Akteure konfrontierten den Antisemitismus immer wieder auf der Straße sowie in der medialen Öffentlichkeit und formulierten aus ihren Erfahrungen heraus klare Forderungen an Politik und Justiz. Auch in der Politik wurde all dies aufmerksam beobachtet.
Der Innenminister des Landes Hessen, Dr. Poseck, sagte auf einer Solidaritätskundgebung, die einen Tag nach der „United 4 Gaza“-Demonstration auf dem Opernplatz in Frankfurt stattfand: „Ich habe den Eindruck, dass die Stimme der Jüdinnen und Juden oft viel leiser ist als die, die offen Israelhass und Antisemitismus verbreiten. Das bestätigt sich heute leider auch in der Anzahl der Teilnehmer, die weit hinter der gestrigen zurückbleibt. Dabei ist es auch ein Gebot der Menschenwürde, die Grundpfeiler unseres Landes ist, gegen jede Form des Antisemitismus einzutreten und an der Seite der jüdischen Bürgerinnen und Bürgern zu stehen.“https://innen.hessen.de/presse/minister-poseck-setzt-zeichen-gegen-antisemitismus